Forschungs- & Entwicklungsvorhaben · Laufzeit 2026 bis 2027

Alle Gesundheitsdaten an einem Ort – verständlich teilen

DOKINA soll Menschen mit chronischen Erkrankungen aus ihren eigenen Aufzeichnungen verständlich machen, was in ihrem Alltag zusammenhängt. Werte, Medikation und eigene Beobachtungen liegen an einem Ort – und werden gemeinsam mit weiteren Einflüssen betrachtet, die im Alltag eine Rolle spielen. Was sich zeigt, kommt als ruhig formulierte Beobachtung zurück: beschreibend, nie bewertend, und ohne Handlungsanweisung.

Gesundheitsdaten liegen verstreut – und lassen sich kaum teilen

Bei Älteren und chronisch Kranken sammeln sich Werte, Beobachtungen und Befunde an vielen Orten: auf Zetteln, in Geräte-Apps, in Arztbriefen und in den Köpfen der Angehörigen. Ein einfacher Weg, all das zu bündeln und mit den Behandelnden zu teilen, fehlt bislang.

Verstreut

Daten überall verteilt

Blutdruck-App, Waage, Zettel am Kühlschrank, Medikationsplan, Arztbriefe – die Gesundheitsdaten liegen an vielen Orten und ergeben kein Gesamtbild.

Nicht teilbar

Kein einfacher Weg zum Teilen

Gemessene Werte oder eigene Beobachtungen lassen sich Behandelnden bisher nicht überschaubar zur Verfügung stellen – außer per Zettel, Telefon oder Fax.

Unverbunden

Keine Zusammenhänge erkennbar

Medikamente, Tagesablauf, Werte und Beobachtungen werden nirgends zusammenhängend erfasst. Auch Einflüsse von außen, die viele Betroffene aus Erfahrung kennen, bleiben dabei unberücksichtigt – Zusammenhänge lassen sich so weder erkennen noch belegen.

Zwei Menschen, viele Gesundheitsdaten

DOKINA ist für Menschen gemacht, die viele Werte, Medikamente und Beobachtungen im Blick behalten müssen. Elisabeth Berger und Markus Vogt stehen stellvertretend für viele – zwei Lebensphasen, dieselbe Herausforderung: verstreute Daten, die sich kaum teilen lassen.

Elisabeth Berger, 79

Herzschwäche & Diabetes · lebt allein zu Hause

Blutdruck auf dem Zettel, Gewicht in der Waagen-App, Beobachtungen im Kopf ihrer Tochter Anna: Elisabeth Berger misst gewissenhaft – doch niemand bringt die Puzzleteile zusammen.

  • SammelnVitalwerte per Bluetooth; Trinken, Essen, Medikation & Wohlbefinden geführt erfasst
  • VerstehenVergessene Entwässerungstablette oder zu viel Trinken treiben Gewicht und Atemnot
  • TeilenDrei Monate als PDF – beim Arzt liegt der ganze Verlauf vor
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Markus Vogt, 46

Asthma · berufstätig, technikaffin

Smartwatch, Peak-Flow-Protokoll auf Papier, mehrere Sprays: Markus Vogt misst viel – aber die Zusammenhänge, die für seine Asthma-Kontrolle zählen, bleiben in getrennten Notizen verborgen.

  • SammelnSpO2 & Peak Flow; dazu Wohlbefinden, Essen, Trinken & Medikation
  • VerstehenWerte, Medikation und Alltag liegen nebeneinander – wiederkehrende Muster werden sichtbar
  • TeilenFokussierter Bericht für den Lungenfacharzt, Freigabe für den Hausarzt
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Elisabeth Berger und Markus Vogt sind veranschaulichende Beispiele. DOKINA ist ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben; die beschriebenen Abläufe zeigen, wie die Lösung gedacht ist – ob sie das leistet, wird im Vorhaben untersucht.

DOKINA – alle Gesundheitsdaten an einem Ort

DOKINA führt die eigenen Gesundheitsdaten an einem Ort zusammen: gemessene Vitalwerte, Medikation und Tagesablauf, eigene Beobachtungen und Veränderungen am Körper über geführte Assistenten sowie vorhandene ärztliche Dokumente. Weil alles zusammenhängend im selben Verlauf liegt und um weitere Einflüsse des Alltags ergänzt wird, können individuelle Zusammenhänge sichtbar werden – solche, die sich in einer einzelnen App oder auf einem Zettel nie zeigen würden. Was daraus entsteht, ist eine verständlich formulierte Beobachtung über die eigenen Daten, keine Bewertung und keine Empfehlung. Sammeln → verstehen → besprechen.

Gedacht für die Menschen selbst: für ältere, chronisch und langzeitkranke Menschen und die Angehörigen, die sie unterstützen. Wer die Daten weiterverarbeitet – eine Praxis, eine Einrichtung, ein Dienst – erhält sie über eine Schnittstelle, wenn die Person das freigibt.

  • Geführte, barrierefreie Eingabe-Assistenten (WCAG 2.2) für Wohlbefinden, Schmerz, Ernährung und Trinkmenge – wenige Schritte, große Bedienelemente, klare Sprache
  • Individuelle Beobachtungen aus dem eigenen Verlauf – bezogen auf die einzelne Person statt auf Durchschnittswerte
  • Weitere Einflüsse des Alltags werden einbezogen, ohne dass die Person sie selbst erfassen muss
  • Klare Grenzen der Formulierung: Beobachtungen beschreiben eigene Daten und geben weder Diagnose noch Therapie vor
  • Fachlich freigegebene Inhalte, die von Fachkräften ohne Entwicklerkenntnisse gepflegt werden
  • Wunddokumentation mit interaktivem Körperschema sowie geführte Fragebögen, diagnosegesteuert eingeblendet
  • Bericht für das Arztgespräch mit selbst gewählten Inhalten – und eine standardkonforme Schnittstelle für Stellen, die die Daten weiterverarbeiten
  • Befristete, jederzeit widerrufbare Freigaben und ein lückenloses Zugriffsprotokoll

Schematische Skizze: aus den gesammelten Daten entsteht ein Bericht mit Vitalwert-Kurven, Medikation und Beobachtungen – teilbar mit wenigen Tipps.

Für Ältere, chronisch Kranke – und ihre Begleiter

Im Mittelpunkt stehen die Betroffenen selbst und die Angehörigen, die sie unterstützen. Ärztinnen, Ärzte und weiterverarbeitende Stellen kommen dazu, wenn die Person sie einbezieht – sie bestimmen weder die Gestaltung noch den Zweck der Lösung.

Ältere & chronisch Kranke

Vitalwerte, Medikation, Tagesablauf und eigene Beobachtungen liegen an einem Ort – verständlich aufbereitet und barrierefrei bedienbar. So lassen sich Zusammenhänge selbst verstehen und das eigene Wohlbefinden aktiv beeinflussen; Erinnerungen an die Medikation geben zusätzlich Sicherheit.

Unterstützende Angehörige

Alle Daten im Überblick statt auf Zetteln: Beobachtungen und Werte werden zusammenhängend erfasst, der Verlauf bleibt im Blick – und mit wenigen Tipps lassen sich genau die relevanten Informationen über granulare Freigaben mit den Behandelnden teilen.

Weiterverarbeitende Stellen

Eine Stelle, die die Person einbezieht, erhält die freigegebenen Daten über eine standardkonforme Schnittstelle in das eigene System – statt sie erneut zu erfassen. Jede Freigabe ist befristet und jederzeit widerrufbar; sie ist ein Anschluss, kein Schwerpunkt des Vorhabens.

Ärzte & Therapeuten

Zum Termin bringt die Person einen kompakten Bericht mit: Werte, Medikation und die Beobachtungen, die sie selbst dafür ausgewählt hat. Das System trifft dabei keine Aussage über Diagnose oder Therapie – diese Verantwortung bleibt vollständig bei den Behandelnden.

Sammeln, verstehen, teilen

In drei Schritten von verstreuten Daten zu einer verständlichen Rückmeldung. So ist die Lösung angelegt; sie entsteht im laufenden Vorhaben.

1

Sammeln

Gesundheitsdaten aus vielen Quellen an einem Ort.

  • Geführte, barrierefreie ErfassungWohlbefinden, Schmerz, Ernährung und Trinkmenge über Eingabe-Assistenten mit Alltagsankern statt Fließtext (WCAG 2.2).
  • Vitalwerte automatischAus gekoppelten Messgeräten und den Gesundheitsdiensten des Smartphones – standardkodiert übernommen.
2

Verstehen

Eigene Verläufe und Umweltbedingungen gemeinsam betrachtet – so können individuelle Zusammenhänge sichtbar werden.

  • Beobachtungen aus eigenen DatenBezogen auf die einzelne Person und ihren Verlauf – nicht auf Durchschnittswerte.
  • Mehr als die eingegebenen WerteWeitere Einflüsse des Alltags fließen ein, ohne dass die Person sie selbst erfassen muss.
3

Besprechen

Selbst entscheiden, was in den Bericht kommt und wer welche Daten sehen darf.

  • Bericht für das ArztgesprächWerte, Medikation und die selbst ausgewählten Beobachtungen – Zeitraum und Inhalte bestimmt die Person.
  • Freigaben, Rechte & ProtokollBefristete, widerrufbare Freigaben und ein lückenloses Zugriffsprotokoll.

Beobachtungen aus den eigenen Daten

Die meisten Anwendungen zeigen Kurven oder geben allgemeine Ratschläge. DOKINA verfolgt einen anderen Weg: Aus dem eigenen Verlauf einer Person – und nur aus diesem – soll sichtbar werden, was bei ihr zusammenhängt. Wie das im Einzelnen geschieht, ist Gegenstand des Vorhabens.

Der eigene Maßstab

Maßstab ist die Person selbst und ihr bisheriger Verlauf, nicht ein Durchschnitt aus der Bevölkerung. Dass Alltagsaufzeichnungen unregelmäßig und lückenhaft entstehen, ist dabei kein Nebenaspekt, sondern eine der Kernfragen, an denen wir arbeiten.

Mehr als das Eingegebene

In die Auswertung fließen auch Einflüsse ein, die niemand von Hand erfassen möchte. Sichtbar werden sie nur dort, wo sie tatsächlich Teil einer Beobachtung sind – als zusätzliche Anzeige tauchen sie nicht auf. Alles, was dafür nötig ist, bleibt bewusst so grob wie möglich.

Beschreiben statt bewerten

Eine Beobachtung sagt, was in den eigenen Daten auffällt – in ruhiger, einfacher Sprache. Sie stellt keine Diagnose, empfiehlt keine Therapie und fordert zu keiner Änderung der Behandlung auf. Sie soll dabei helfen, den Alltag anzupassen oder gezielt das Gespräch mit einer Fachperson zu suchen.

Ob und unter welchen Bedingungen sich solche Zusammenhänge belastbar erkennen lassen, ist die zentrale offene Frage des Vorhabens – sie wird 2027 untersucht.

Ein Blick in die App

So soll DOKINA im Alltag aussehen – für Menschen wie Elisabeth Berger und Markus Vogt, von der geführten Erfassung bis zum Bericht für das Arztgespräch. Die Abbildungen sind schematische Entwurfsskizzen, keine Aufnahmen einer verfügbaren Anwendung.

Datenschutz ist kein Feature – sondern Grundlage

DOKINA wird von Beginn an entlang anerkannter Standards für Datenschutz und Informationssicherheit entwickelt – als Leitlinien, an denen wir uns messen.

DSGVO

DSGVO-konform by Design: Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung sowie getrennte Einwilligungen je Zweck.

Hosting in Deutschland

Alle Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland – keine außereuropäischen Clouds.

ISO 27001

Informationssicherheits-Management als Leitlinie – Zertifizierung eingeplant.

Cyber Resilience Act

Security by Design und sichere Update-Prozesse – von Anfang an berücksichtigt.

Granulare Zugriffsrechte

Für jede Person, die einbezogen wird, einzeln geregelt, wer welche Daten sehen und ändern darf.

Datenhoheit & Einwilligung

Freigaben erteilt die betroffene Person oder ihre bevollmächtigte Vertretung – jederzeit widerrufbar.

Revisionssicherer Audit-Trail

Jeder Datenzugriff wird protokolliert und bleibt lückenlos nachvollziehbar.

Datenminimierung

Nur die Daten, die für die Auswertung nötig sind – zweckgebunden verarbeitet.

Hinweis: Die genannten Standards sind Leitlinien der Entwicklung. Derzeit liegen keine Zertifizierungen vor – entsprechende Zertifizierungen (u. a. ISO 27001) sind eingeplant.

Häufig gestellte Fragen

Was ist DOKINA?

DOKINA ist ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit einer Laufzeit von 2026 bis 2027. Entwickelt wird eine softwarebasierte Lösung, die Menschen mit chronischen Erkrankungen aus ihren eigenen Verlaufsdaten verständlich macht, was in ihrem Alltag zusammenhängt: Vitalwerte, Medikation und eigene Beobachtungen liegen an einem Ort und werden zusätzlich mit den Umweltbedingungen am ungefähren Aufenthaltsort in Beziehung gesetzt. Mehr zur Technologie und zum Ablauf in der Roadmap.

Was ist eine Beobachtung – und was ist sie nicht?

Eine Beobachtung beschreibt in einfacher Sprache, was im eigenen Verlauf auffällt. Maßstab ist die Person selbst, nicht ein Durchschnitt aus der Bevölkerung. Eine Beobachtung stellt keine Diagnose, empfiehlt keine Therapie und fordert zu keiner Änderung der Behandlung auf. Sie soll dabei helfen, den Alltag anzupassen oder gezielt das Gespräch mit einer Fachperson zu suchen.

Was passiert mit meinen Daten und meinem Standort?

In die Auswertung fließen auch Einflüsse ein, die die Person nicht selbst erfasst. Was dafür nötig ist, halten wir bewusst so grob und so sparsam wie möglich: Ein genauer Standort wird weder benötigt noch übertragen, und externe Dienste erhalten keine Angaben mit Personenbezug. Dieser Teil der Auswertung setzt eine gesonderte, jederzeit widerrufbare Einwilligung voraus und lässt sich jederzeit abschalten.

Für wen ist DOKINA gedacht?

Im Mittelpunkt stehen Menschen mit chronischen Erkrankungen und die Angehörigen, die sie unterstützen. Ärztinnen, Ärzte und Behandelnde und andere Stellen kommen dazu, wenn die Person sie einbezieht – sie sind nicht die primäre Zielgruppe und bestimmen weder Gestaltung noch Zweck der Lösung. Die Bedienung ist barrierefrei und geführt gestaltet: große Flächen, klare Sprache, wenige Schritte je Eingabe.

Können andere Beteiligte die Daten in ihr System übernehmen?

Ja. Die Person kann einzelne Stellen gezielt freigeben; diese können die freigegebenen Daten dann über eine standardkonforme Schnittstelle in ihre eigenen Systeme übernehmen, statt sie erneut zu erfassen. Jede Freigabe ist befristet und jederzeit widerrufbar. Diese Schnittstelle ist ein Anschluss, kein Schwerpunkt des Vorhabens.

Ist DOKINA schon verfügbar?

Nein. Das Vorhaben startete mit einer Idee und einer Konzeption; die Lösung entsteht vollständig innerhalb der Laufzeit. 2026 wird sie aufgebaut, 2027 in einem Pilotbetrieb untersucht. Alle auf dieser Seite beschriebenen Funktionen sind Planung.

Wie kann ich am Pilotbetrieb teilnehmen?

Für das Jahr 2027 suchen wir Menschen mit chronischen Erkrankungen, die die Lösung im Alltag nutzen und uns zurückmelden, was ihnen hilft und was nicht. Ebenso freuen wir uns über Forschungseinrichtungen und Studierende, die einzelne Fragestellungen bearbeiten möchten. Schreib uns über team@dokina.de oder die Kontaktseite.

Eine Lösung, die im Alltag hilft – daran arbeiten wir.

DOKINA ist ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Ingenieurgesellschaft ISM mbH gemeinsam mit einem Kooperationspartner. Die Lösung entsteht 2026 und wird 2027 im Pilotbetrieb untersucht. Wir freuen uns über Menschen, die mitmachen, und über Einrichtungen, die einzelne Fragestellungen mit uns bearbeiten.

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