Ein schlechterer Tag, aber warum
Wer mit Asthma lebt, kennt das: An manchen Tagen fällt das Atmen sichtlich schwerer, obwohl sich an der Behandlung nichts geändert hat. Ein möglicher Grund liegt oft nicht im Körper selbst, sondern in der Luft, die gerade eingeatmet wird.
Was Feinstaub mit Asthma zu tun hat
Das Umweltbundesamt beschreibt Asthma ausdrücklich als eine Erkrankung der Atemwege, die durch Feinstaubbelastung mit ausgelöst oder verstärkt werden kann. Wörtlich heißt es dort, Menschen mit vorgeschädigten Atemwegen wie Asthma oder COPD reagierten besonders empfindlich auf Feinstaub. Das könne zu vermehrten Asthmaanfällen und auch Krankenhauseinweisungen führen. Das gilt besonders an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung, etwa durch Wetterlagen, die Schadstoffe in Bodennähe halten. Besonders die feineren Partikel der Größenklasse PM2,5 gelten als kritisch, weil sie tiefer in die Atemwege eindringen können als die gröberen PM10-Partikel. Das Umweltbundesamt veröffentlicht für beide Größenklassen eigene Grenzwerte und tägliche Messwerte, die über sein bundesweites Luftmessnetz erhoben werden.
Warum auch Ozon an heißen Tagen eine Rolle spielt
Neben Feinstaub nennt das Umweltbundesamt bodennahes Ozon als weiteren Reizstoff für die Atemwege. Es entsteht bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen, weshalb es umgangssprachlich auch Sommersmog genannt wird. Nach Angaben des Umweltbundesamts können erhöhte Ozonkonzentrationen eine Reizung der Atemwege, Husten und Atembeschwerden bis hin zu einer eingeschränkten Lungenfunktion auslösen. Das Amt nennt empfindliche oder vorgeschädigte Personen, darunter ausdrücklich Menschen mit Asthma, als besonders betroffene Gruppe. Wie stark sich das auswirkt, hängt von der Ozonkonzentration, der Aufenthaltsdauer im Freien und dem Atemvolumen während einer Anstrengung ab.
Was Pollenflug zusätzlich verändert
Für Menschen mit einer Pollenallergie kommt eine weitere Ebene hinzu. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund weist darauf hin, dass sich Pollen zusätzlich an Feinstaubpartikel anlagern können. Dadurch kann die Reaktion stärker ausfallen als durch Pollen oder Feinstaub allein. Wer neben Asthma auch auf bestimmte Pollen allergisch reagiert, kann an Tagen mit hohem Pollenflug und gleichzeitig hoher Feinstaubbelastung besonders betroffen sein.
Warum das keine automatische Erklärung für jeden schlechten Tag ist
Diese Zusammenhänge sind allgemein belegt, gelten aber nicht für jede Person in gleicher Stärke. Ein schlechterer Atemtag kann auch andere Ursachen haben, etwa einen beginnenden Infekt oder Anstrengung. Umweltinformationen liefern deshalb einen möglichen Erklärungsansatz, keine automatische Diagnose für den einzelnen Tag.
Wie sich das im eigenen Verlauf zeigen kann
Wer seine Atemwerte über einen längeren Zeitraum aufzeichnet und dabei auch Umweltinformationen wie Pollenflug und Feinstaub im Blick behält, kann eher erkennen, ob ein Muster besteht. Zeigen sich schlechtere Werte immer wieder an Tagen mit hoher Belastung, ist das ein Hinweis, den man mit der behandelnden Praxis besprechen kann.
Wie DOKINA Pollenflug und Feinstaub mit dem Peak-Flow-Wert verbindet
DOKINA soll Umweltinformationen wie Pollenflug und Feinstaub automatisch zum eigenen Verlauf hinzufügen, ohne dass sie von Hand eingetragen werden müssen. Sie stehen dabei neben den eigenen Atemwerten, der Bedarfsmedikation und dem Befinden, damit sich mögliche Zusammenhänge entdecken lassen. Eine Bewertung, ob ein bestimmter Tag durch die Umwelt beeinflusst war, nimmt die Anwendung nicht vor, das bleibt bei der Person und der Praxis. Mehr zu den Zielen der Lösung steht unter Ziele. Wie Markus Vogt Umweltinformationen in seinen Alltag mit Asthma einbindet, zeigt seine Geschichte aus dem Alltag.
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Häufig gestellte Fragen
Bedeutet ein schlechter Atemtag immer hohe Feinstaubwerte?
Nein. Feinstaub und Pollenflug können Beschwerden verstärken, sind aber nicht die einzige mögliche Ursache. Andere Auslöser wie ein beginnender Infekt, körperliche Anstrengung, Kälte oder auch Stress kommen ebenfalls infrage. Erst wenn sich schlechtere Atemtage über mehrere Wochen wiederholt mit Tagen hoher Umweltbelastung decken, lässt sich von einem Muster sprechen. Das lohnt sich dann, mit der behandelnden Praxis zu besprechen.
Wo finde ich verlässliche Angaben zu Pollenflug und Feinstaub?
Aktuelle Angaben zu Feinstaub stellt unter anderem das Umweltbundesamt über seine Luftqualitätsmessnetze bereit, meist als Tageswert für die jeweilige Region. Zum Pollenflug informieren Wetterdienste mit eigenen Pollenflugkalendern sowie Fachverbände wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund. Sie veröffentlichen auch regionale Vorhersagen für einzelne Pollenarten. Viele Wetter-Apps zeigen inzwischen beide Werte gemeinsam an, sodass sich ein Blick am Morgen mit der übrigen Wettervorhersage verbinden lässt.
Hilft es, an Tagen mit hoher Belastung drinnen zu bleiben?
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt bei hoher Feinstaubbelastung unter anderem, auf Sport im Freien zu verzichten und stark befahrene Straßen zu meiden, weil sich Feinstaub dort besonders konzentriert. Bei hohem Pollenflug hilft es zusätzlich, Fenster tagsüber geschlossen zu halten und eher abends oder nach Regen kurz zu lüften, da Regen einen Teil der Pollen aus der Luft wäscht. Was im Einzelfall sinnvoll ist, etwa ob eine vorsorgliche Anpassung der Bedarfsmedikation an solchen Tagen infrage kommt, bespricht man am besten mit der behandelnden Praxis.